Bernhardiner (Mix) in Langenlehsten

Ein Blog über unsere Hunde in Langenlehsten

Tag: Tierheim

Entscheidung gegen Welpen

Ich werde oft gefragt, warum wir nicht einen oder zwei Welpen gekauft haben.

Dagegen sprechen sehr viele Gründe. Ich versuche das mal in Worte zu kleiden.

Bernhardiner Welpen sind teuer, die hätten wir uns nicht leisten können, und schon gar nicht zwei. Welpen sind erst einmal nicht stubenrein und setzen das kleine und große Geschäft in die Wohnung. Bis die geschnallt hätten was sie sollen, hätten sie und die Bude voll geschissen, jedes Paar Schuhe zerbissen, Schrank und Stuhlbeine zerkaut, Körperteile von Herrchen und Frauchen zerkratz und Klamotten zerbissen. Nein Danke, hatte ich bereits mehrmals, steh ich nicht drauf.

Schnüffelnasen in Bewegung

Schnüffelnasen in Bewegung

So schnell, wie mit Bonnie und Barry, wären wir mit zwei Welpen nie glücklich geworden. Diese Dankbarkeit die Tierheim Hunde zeigen, die scheint unermesslich groß zu sein. Bonnie zeigt mir täglich wie sehr es Ihr hier gefällt und das sie mich liebt. Bonnie betet mich förmlich an und will mich nun auch vor der schlechten Welt verteidigen. Wir müssen ihr nun beibringen das ich sie beschütze und nicht umgekehrt, weil sie deshalb auch viel die Menschen denen wir begegnen und die in unser Haus kommen, anbellt.

Sie hat schnell gelernt, dass ihr von unserer Kellertreppe nichts Schlimmes widerfährt, und dass immer genug zu fressen da ist. Ebenso begreift sie scheinbar allmählich, das wir ihrem Körper auch nichts tun.

Barry hat scheinbar nicht so viel Schlechtes erlebt, er ist so verteufelt unbekümmert, der geht überall drauf zu, lässt sich jeden Winkel seines Körpers anfassen und frisst alles was ich ihm vorsetze. Bei Barry ist es eher so, das wir ihn bremsen müssen, bzw. wir ihm klar machen müssen, was er darf und was nicht. Er ist aber sehr lernwillig, es mag für viele blöd klingen, aber die meiste Zeit des Tages habe ich den Eindruck dass es ihm sehr wichtig ist, es uns recht zu machen.

Meine Einstellung gegen Welpen und für Tierheim Hunde ist rein subjektiv und kann nicht auf alle Menschen angewandt werden. Ich möchte hier nicht jeden Leser missionieren, aber um Verständnis für meine Einstellung bitten.

Bonnie zieht ein

Herrje war ich aufgeregt als der 24. Oktober nun näher rückte. Heute sollten wir nun wieder einen Hund zu uns ins Haus bekommen. Genau 14 Tage waren wir alleine und wir kamen uns sehr einsam ohne einen Hund vor.

Frank kam heute schon kurz nach 13 Uhr von der Arbeit und wir machen uns gleich auf den Weg nach Bremen um Bonnie zu holen. Die Autobahn war brechend voll und wir fuhren 2,5 Stunden auf dem Hinweg.
Im Tierheim wurden wir bereits erwartet und man brachte uns Bonnie vor das Haus. Ich hatte ein Leckerli in der Hand und habe mich ganz doll über sie gefreut. Obwohl sie gestunken hat, habe ich sie geknuddelt und gedrückt, was sie gerne über sich ergehen lassen hat. Auch Frank hat sie angestrahlt und sich über sie gefreut. Bonnie hat ihn auch freudig begrüßt. Damit war mir schon mal eine große Angst genommen, sie hätte uns ja auch ablehnen können. Das passiert nicht oft, aber es kann passieren und dann hätten wir Bonnie auch nicht genommen.

Dann drückte uns jemand eine Leine in die Hand und wir gingen eine Rund mit Bonnie spazieren. Sie zog ein bisschen und bellte laut Fahrradfahrer an. Das jagte uns jedoch keinen Schrecken ein, das muss sie eben noch lernen dass sie das nicht darf.

Zurück zum Tierheim, wurde uns Bonnie abgenommen und wieder eingesperrt. Ich protestierte, weil wir sie doch mitnehmen wollten. Die Damen guckten ganz verdutzt, das wussten sie nicht, sie dachten wir wollten nur Gassi gehen mit ihr. Frank und ich waren uns aber einig, das Bonnie mit uns kommen soll. So warteten wir dann mit Bonnie im Büro, bis Herr Kirchhoff kam.

Der machte mit uns den Vertrag fertig und wir durften eine alte Leine mitnehmen, weil wir in der ganzen Aufregung nicht daran gedacht haben eine Leine einzupacken und sind dann mit Bonnie zum Auto. Sie hopste zwar alleine hinein, aber ich merkte schnell, das Bonnie sich nicht wohl fühlte während der Fahrt. Ich blieb hinten sitzen und streichelte sie den ganzen Rückweg, der nur 1,5 Stunden dauerte. Ich hatte lahme Arme als wir zuhause ankamen.

Gegen 19 Uhr sind wir zuhause angekommen. Bonnie wurde gleich aus dem Auto gelassen und dann haben wir sie erst einmal vor der Tür auf der Wiese ihr „Geschäft“ verrichten lassen. Dann sind wir rein ins Haus. Ich hatte Bonnie vorher schon einen Platz fertig gemacht zu dem ich sie als erstes brachte. Sie hat Futter und Wasser genommen und sich alles angeguckt. Die Treppe zum Keller machte ihr mächtig Angst, sie wollte zuerst gar nicht daran vorbeigehen.

Bonnie hat ein Zuhause gefunden

Bonnie hat ein Zuhause gefunden

Wir haben den Abend noch mit einem Spaziergang und etwas Fernsehen ausklingen lassen. Bonnie lag nach dem Spaziergang bei uns im Wohnzimmer am Sofa und hat sich lang ausgestreckt. Sie war zuhause!
Irgendwann sind Frank und ich in die erste Etage gegangen zum schlafen. Bonnie sollte unten im Erdgeschoss bleiben. Zum einen reicht eine Etage mit Hundehaaren, zum anderen soll sie ja unten auch das Haus bewachen. Ihr schien das aber auch Recht zu sein, denn sie zog sich auf ihren zugewiesenen Platz zurück und drehte sich mit der dort liegenden Decke ein richtiges Schlafnest.

Bonnie hat die Nacht ruhig verbracht, ich allerdings nicht. Hab mich zwischen 23 und 5 Uhr hin und her gewälzt weil ich immer an Bonnie denken musste. Um 5 Uhr hat mich nichts mehr gehalten und ich bin runter zu ihr. Sie lag ausgebreitet auf ihrer Decke und schlief fest. Als sie mich sah, grunzte sie zufrieden und erhob sich mit wackelndem Hinterteil.

Spaziergang, Bonnie erkundet die Umgebung

Spaziergang, Bonnie erkundet die Umgebung

An diesem Tag (25.10) hatte mein Mann Geburtstag und es waren 10 Familienmitglieder mit einem Kleinkind und einem kleineren Welpen da. Bonnie war zu fast allen lieb, meinen Enkel (19 Monate) hat sie zweimal angewufft. Nur kurz, aber so ne Stimme hat schon was Furchterregendes. Alle anderen Menschen und der andere Hund wurden bespielt und zum Kuscheln und Streicheln “gezwungen”.

Wenn Bonnie müde wurde, ging sie auf ihren Platz und hat 10 Min. geschlafen. Dann kam sie wieder raus und hat weiter gemacht. Mein Mann und ich sind richtig vernarrt in sie. Wenn sie mit einem anderen Gast mal in den Garten ging, hat sie vorher immer geguckt wo wir sind. Wenn das zu weit weg war, kam sie zurück. Sie ist sich wirklich sicher, wer sie aus dem Tierheim geholt hat, das merkt man ihr wirklich an und das zeigt sie sehr deutlich.

Heute Morgen als ein Freund die Zeitung brachte hat sie trotz Angst vor der Kellertreppe, den Mut zusammengenommen, ist gesittet daran vorbei gegangen und hat zweimal laut gewufft und damit ihrem Wachauftrag erfüllt. 🙂

Bonnie geht zwar nicht bei Fuß, aber sie reagiert auf kleine Stupser mit der Leine und kommt dichter. Pferde bekommen ebenfalls ein Wuff dann ist gut. Sie liegt grad wieder vor unserer Sofaecke und pennt. Der Tag hat sie auch geschafft.

Nächste Woche werde ich mit ihr in die Tierklinik fahren und sie einmal durchchecken lassen. Das eine Ohr ist nicht so ganz OK, und sie lässt mich nicht richtig gucken. Außerdem will ich sie einmal wiegen und röntgen lassen, ob ihr Skelett keinen Schaden von dieser miesen Behandlung bekommen hat.

Wir haben das eine Ende des Wohnzimmers was durch einen Raumteiler optisch etwas abgetrennt ist, nun als Hundeschlafzimmer auserkoren. Dieser Raum wird an der Wand PVC bekommen und einen zweiten Teppich obendrauf, der bei Bedarf (Dreck) mal gewechselt werden kann. Bonnie liebt diesen Platz, weil sie alles in der Küche und im Wohnzimmer sehen kann. Da ist auch genug Platz für einen Weiteren Bernhardiner. 🙂
Bonnie mangelt es absolut nicht an Selbstbewusstsein und mein Mann und ich denken dass sie sich sehr über einen weiteren Hund freuen würde. Also ein Artgenosse rückt näher. Bonnie wird lernen müssen uns zu teilen. Dafür sind sie dann zu zweit und können spielen und sich putzen. Je länger wir warten umso schwerer wird ihr das Teilen dann fallen.

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